Der äußerst unterhaltsame Aufbruch eines Jungen ins Leben - Teil 1 der Romanreihe.
Darum geht's:
Von der ersten Seite an folgt der Leser gebannt Meyerhoffs jugendlichem Helden, der sich aufmacht, einen der begehrten Plätze in einer amerikanischen Gastfamilie zu ergattern. Aber schon beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zu den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen schmerzlich bewusst. Konsequent gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen als genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus – und findet sich bald darauf in Laramie, Wyoming, wieder, mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains.
Der drohende Kulturschock bleibt erst mal aus, der Stundenplan ist abwechslungsreich, die Basketballsaison steht bevor, doch dann reißt ein Anruf aus der Heimat ihn wieder zurück in seine Familie nach Norddeutschland – und in eine Trauer, der er nur mit einem erneuten Aufbruch nach Amerika begegnen kann.
Mit diesem hochgelobten Debüt eröffnet Joachim Meyerhoff eine große Romanreihe.
- Beschreibung (Langtext) - Verlagstext -
Wir haben alle 5 Teile dieser Reihe in der Ausleihe!
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Auf der Straße heißen wir anders
Darum geht's: Eine junge Frau erfährt nach dem Tod der Großmutter von den Traumata ihrer armenischen Vorfahren.
Die verstorbene Großmutter hinterlässt der Familie einen Notizzettel, auf dem sie Dinge notiert hat, die nun zu erledigen sind. Ihre Beerdigung soll nach armenischem Ritual gestaltet werden. Darüber wundert sich besonders die Enkelin Karla sehr. Sie hat nie erlebt, dass ihre Familie religiöse Riten zelebriert hat.
Ihr war zwar bekannt, dass ihr Vater aus Armenien stammt und in der Türkei aufgewachsen ist, aber das war nie wichtig für die Familie. Dann findet sie in Großmutters Kommode einen goldenen Armreif. An diesem ist ein Zettel befestigt, worauf der Name Lilit und ein Ort in Armenien steht.
Karla begibt sich, zusammen mit ihrem Vater Avi, auf Spursuche in Armenien.
Rezension von Susanne Emscherman (bv.):
- Die junge Autorin Cwiertnia (Jahrg. 87), die wie ihre Protagonistin einen armenischen Vater und eine deutsche Mutter hat, beschreibt in ihrer Familiengeschichte Karlas Kindheit in einem Migrantenviertel im Bremer Norden. Sie schildert auch die Strapazen von Avis Mutter, die als Gastarbeiterin aus der Türkei nach Deutschland kam. Avi hat einige Jahre in einem klösterlichen Internat in Jerusalem verbracht, bevor er seiner Mutter nach Bremen gefolgt ist. Die unterschiedlichen Erzählstimmen des Romans decken die Traumata der Familie in wechselnden Kapiteln auf: Karla, Avi, seine Mutter Maryam und seine Großmutter Armine. Am Ende ihrer Reise erfahren Avi und Karla, dass ein Großteil der armenischen Verwandten dem Genozid während des Ersten Weltkriegs zum Opfer fiel.
Ein beeindruckendes Debüt.