Lost Places 2.0 - historischer Bergbau und Wasserversorgung

Literarisch-historische Wanderung mit dem Büchereiteam

„So gut erklärt, sieht man alles doch wieder mit anderen Augen“. „Stimmt, ich war jetzt jedes Mal dabei und habe immer wieder etwas Neues gelernt“. Unterhaltungen dieser Art konnte man einige mithören bei der mittlerweile 8. Sommerwanderung der Bücherei. Um historischen Bergbau und die Wasserversorgung von Villmar ging es in diesem Jahr.

Auf der Heide bei den Himmelssofas begrüßte Gabi Schermuly die knapp 30 Gäste, die zuvor mit kühlen Getränken versorgt wurden. „Von hier hat man einen der schönsten Ausblicke in das Limburger Becken zwischen Taunus und Westerwald“ schwärmte Dr. Bernold Feuerstein und erklärte den aufmerksamen Teilnehmern geologische und botanische Besonderheiten dieser Landschaft. Wunderschöne Panoramablicke begleiteten auch in der Folge die Tour. Und natürlich Literatur: An der Wilhelmshöhe wurde eine Sage über einen vergrabenen Schatz zum Besten gegeben.

Sogar musikalisch wurde es, als viele einstimmten in das „Steigerlied“ und damit die Bergfrau Gabi Schermuly an der Grube „Hilfe Gottes“ herbeisangen. Sie trug eine alte Bergmannstracht und erklärte, warum die Jacke genauso und nicht anders aussah. Jedes einzelne Detail hatte seine ganz besondere Bedeutung. Sie erzählte auch vom Beruf des Bergmanns, der hart und risikoreich gewesen war. Spannend wurde es, als Michael Staab von einem Grubenunglück berichtete. 1862 wurden durch einen Wassereinbruch ein Bergmann aus Villmar und einer aus Weyer in der Grube eingeschlossen. Durch eine spektakuläre Rettungsaktion konnten beide nach fünf Tagen lebend geborgen werden.

Am „Schofdingesegrabe“ konnte dann jeder, der sich traute, einen Blick in die Tiefe wagen. Entstanden ist der Graben durch Erosion während der Eiszeit. Weiter ging es über den alten Weyerer Weg, ein sogenannter Vizinalweg, den es bereits 1492 gegeben hat. Angelegt, finanziert und nachgehalten wurde er von den beiden Dörfern Villmar und Weyer. Eine jahrhundertealte Steinbrücke führt heute noch über den „Bachborn“. Unterhalb von Hubertus- und Markushof speisten Quellen schon im Mittelalter eine Wasserleitung nach Villmar. Begleitet vom „Bachborn“ erreichten die Wanderer dann Villmar.

Ab der Gartenstraße verschwindet der Bachborn in einem Rohr und verläuft unterirdisch unter der Straße. Das Gelände, die früheren „Pastorswiesen“, waren Eigentum der Pfarrei. Wo noch nach dem Krieg gebolzt wurde, entstand in 1950er Jahren dann ein Baugebiet. Anhand von Karten und historischen Bildern erklärte Bernold Feuerstein, was es mit den Laufbrunnen auf sich hatte und wo sie standen.

Noch ein letztes Mal war Aufmerksamkeit gefragt, als Bernold Feuerstein im Pfarrgarten den Brunnen und seine Historie erklärte. Passend dazu gab es eine amüsante Geschichte über den „Brunnen der ewigen Jugend“. Nachdem der Wissensdurst gestillt war, gab es kühle Getränke, Laugengebäck und einen regen Austausch über das Erlebte.

 

Wer wir sind und was wir tun

Die Bücherei Villmar ist eine öffentliche Einrichtung, die allen Bürgerinnen und Bürgern der Großgemeinde zur Verfügung steht. Sie finden uns im neu renovierten Schwesternhaus, Pfarrer-Ibach-Weg 3, Villmar (neben dem Katholischen Kindergarten und der Kirche).

Der Büchereiraum im 1. Stock ist auch für Menschen mit Einschränkungen, mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen, bequem über einen Aufzug zu erreichen.

Unser Medienangebot ist vielfältig.

Neben Romanen, Krimis und Thrillern, Kinderbüchern, Bilderbüchern, Sachbücher für Kinder und Erwachsene leihen wir auch verschiedene Zeitschriften und Gesellschaftspiele aus.

Bei Kindern sehr beliebt sind die Tonie-Hörfiguren und die Tiptoi-Bücher und Tiptoi-Stifte.

Mehrmals im Jahr schaffen wir neue, aktuelle Medien an.

Alle Mitarbeiterinnen arbeiten ehrenamtlich und beraten Sie gerne bei der Medienauswahl.

Unsere Öffnungszeiten

mittwochs und freitags von 16:00 bis 17:30 Uhr.

Sie finden uns in der Begegnungsstätte Schwesternhaus
Pfarrer-Ibach-Weg 3
in Villmar

 

Zum Anfang der Seite springen